Jägervereinigung Jena und Umgebung e.V.

             Jagd ist mehr als nur Leidenschaft.

Reviere verpflichten 

Im Gegensatz zum Naturschutzrecht geht das Jagdrecht davon aus, dass der Jäger und der Grundeigentümer im ganz besonderem Maße für das Wild verantwortlich sind. Das Bundesjagdgesetz nimmt Privatpersonen in die Pflicht und nutzt deren Engagement für die Erhaltung eines artenreichen Wildbestandes.


Jagdrevier im Januar

Jetzt im Jänner herrscht der Winter, er selektiert und reguliert andererseits sichert er mit Fallwild anderen Arten das Überleben. Wer Fasane im Revier halten will, der muss sie auch füttern, am besten in der Deckung und dezentralisiert. Es ist auch höchste Zeit die noch bestehenden Hecken abschnittsweise auf den Stock zusetzen, sie wachsen meist aus und bieten im unterem Bereich kein Schutz mehr und hängen oben über. Wer Obstbaumschnitt zur Verfügung hat, kann an das Anlegen einer Benjeshecke verwirklichen. Jagdlich gilt es dem Fuchs und dem Marder nachzustellen, da sie für unser Niederwild eine zusätzliche Gefahr und Belastung darstellen. Um die Zeit der Ranz voll auszunutzen empfiehlt es sich, auch mal den Versuch zu unternehmen zu Reizen oder mit dem Mauspfeifchen sein Glück zu probieren. Weiterhin kann auch am Luderplatz, mit der Schleppe oder bei der Baujagd  sich Erfolg einstellen. 

 

Jagdrevier im Februar

Die Mehrzahl des jagdbaren Wildes hat nun Schonzeit, die auch mit dem Höhepunkt der Notzeit zusammenfällt. In den Revieren ist Ruhe eingekehrt, eine gute Gelegenheit, die Wildzählung vorzunehmen. Sie dient der Hegegemeinschaft als Grundlage für den neuen Abschussplan. In Rotwildgebieten fallen die ersten Abwürfe an. Diese sollten zur Bewertung des Rotwildbestandes herangezogen werden. Da durch die Neubildung der Gehörne und Geweihe der Mineralstoffbedarf hoch ist, sollten zusätzliche Futtermittel (Topinambur, Prossholz, Silage und Salzlecksteine) angeboten werden. Das anfallende Prossholz beim Obstbaumschnitt ist besonders wertvoll. Als vorrangige Hegemaßnahme ist die Raubwildbejagung anzusehen. Die Ansitz- und Fallenjagd haben den Vorzug.


Jagdrevier im März

Der Monat März ist sehr arbeitsintensiv für Land- und Forstwirte, aber auch für die Jäger gibt es in den Revieren umfangreiche Tätigkeiten zu verrichten. Vorrangig müssen die Wildäcker bestellt werden. Zäune sind zu reparieren, ebenfalls jagdliche Einrichtungen, wie Kanzeln, Leitern und Fütterungen. Mancherorts ist es auch erforderlich, dass neue jagdliche Einrichtungen erstellt werden müssen. Beim Bau von Ansitzeinrichtungen ist die Einhaltung der Unfallverhütungsvorschrift Jagd unbedingt erforderlich. Die Konkretisierung der Wildzählung und Abschussplanung muss ebenso erfolgen wie die Vorbereitung und der Abschluss von Verträgen mit den Landnutzern zur Anlage von Wildäckern. Fasane können durch ein gutes Futterangebot gebunden werden, andernfalls verstreiche sie oft durch die Balz. Notwendig ist die weitere Bejagung des Raubwildes.


Jagdrevier im April

Die Altersstrukturen und der Gesundheitszustand der Rehwildsprünge sind im April gut erkennbar. Da Rehe sehr standorttreu sind, können noch fehlende Leitern und Kanzeln vor der Bockjagd aufgestellt und auch die Unfallsicherheit der jagdlichen Einrichtungen überprüft werden. Die Wildzählung ist durch die freie Natur gut möglich. Bei Böcken kann der Zeitraum des Haarwechsels und des Verfegens zur Altersbestimmung genutzt werden. Zum Ausbrüten von Gelegen sollten rechtzeitig Möglichkeiten abgeklärt werden. Die Bestellung der Wildäcker erfordert unsere Aufmerksamkeit. Pflanzzeit ist auch für Bäume und Sträucher. Wildobst nicht vergessen zu pflanzen, es bietet ebenso wie die Wildwiesen eine wichtige Äsungsgrundlage für unser Wild.


Jagdrevier im Mai

Die Felder und Wälder kleiden sich in sattes Grün. Aber nicht nut die Natur reckt sich der Sonne entgegen, sondern auch die Menschen suche Erholung und Entspannung in unseren Revieren. Sie suchen die wohltuende Wärme der Frühlingssonne oft in Gebieten, wo unser Wild seine stille Kinderstube eingerichtet hat. Nun ist der Jäger als Aufklärer gefragt. Sicher hilft nicht immer gutes Zureden, aber besonnenes Ansprechen ist oft wirkungsvoller als unüberlegtes Handeln. Die Sommereinstände des Rehwildes sind bezogen, zumindest angedeutet. Der Mai ist der beste Monat für Beobachtungen. Der Abschussbock sollte gut ausgesucht und möglichst auch im Mai erlegt werden. Im Juni es schwer, besonders in Feldrevieren, weil der starke Bock den schwachen in heimliche Reviere zwingt und das Getreide hoch steht. Den reifen Erntebock sollte man jedoch nicht vor dem ersten August schießen. Auf den Wildäckern kann noch Waldstaudenroggen gesät werden, auch gemischt mit Wicken. Auch die Aussaat von Markstammkohl kann im Mai erfolgen, welcher jedoch eingegattert werden sollte. So wird für Äsung im Spätherbst und Winter vorgesorgt. Äsung gibt es jetzt reichlich, jedoch bleibt die Sorge um das Jungwild, vor allem in den zu mähenden Flächen. Einen Tag vor der Mahd aufgestellte Scheuchen haben eine gute Wirkung. Bewährt haben sich Säcke, die über Holzstangen gestülpt sind. Diese müssen die Grasflächen deutlich überragen. Ausgemähte Gelege sind zu sichern und möglichst künstlich zu bebrüten und aufzuziehen. Wo es möglich ist, sollte mit Wildrettern gearbeitet werden. Die Jungfüchse verlassen im Mai den Bau, die günstigste Zeit, die Jungfuchsfalle erfolgreich einzusetzen. Der mehrfache Einsatz auch im Nachbarrevier sollte organisiert werden. Nur wer den Fuchs kurz hält, schafft eine wesentliche Voraussetzung die Niederwildbesätze zu erhalten bzw. sorgt für deren Erhöhung. Die Raubwildbejagung erfordert genaue Revierkenntnisse und diese erwirbt man im Revier.   


Jagdrevier im Juni

Da im Juni die Futterpflanzen einen hohen Nährstoffgehalt besitzen, ist es zweckmäßig, mit der Raufuttergewinnung zu beginnen. Auch Laubheu, als wertvolles Wildfutter, kann schon im Juni geborgen werden. Größte Sorgfalt ist bei der Mahd der Grünflächen nötig, da noch sehr viele Jungtiere Deckung in den Grünflächen suchen bzw. Gelege noch ausgebrütet werden. Waldwiesen sollten erst im Juli gemäht werden. Speziell die Produktion von Kleinsiloballen hat sich in den letzten Jahren bewährt. Sie können an Ort und Stelle gelagert werden, womit gleichfalls der Transportaufwand und -kosten gespart werden können. Frischgemähte Wiesen sollten aber zur Fuchsbejagung genutzt werden, insbesondere die Reizjagd auf den Jungfuchs ist hier sehr erfolgversprechend.  Die Aussaat von Waldstaudenroggen, Hafer und Buchweizen ist möglich. Wo Flächen zur Verfügung stehen, sollten diese dafür genutzt werden. Bei entstandenen Schwarzwildschäden müssen Frischlinge geschossen werden. Dadurch werden die Bachen vergrämt und die Rotten ziehen sich in andere Gebiete zurück.


Jagdrevier im Juli

Im Juli ist das Getreide vielerorts kurz vor der Reife und in den großen Schlägen sind die „Hexenkessel“ zu beobachten. Für alle Blattjäger beginnt nun eine aufregende, spannende Zeit. Nur der passionierte Jäger, der ausreichend Erfahrung beim Blatten hat, wird den reifen Erntebock überlisten und vor die Büchse locken. Wer ein Blattjagdseminar besucht hat, ist für diese Jagdart bestens gerüstet. Das Verwittern der gefährdeten landwirtschaftlichen Kulturen ist auch eine Möglichkeit, Wildschäden, die vor allem durch Rot- und Damwild verursacht werden, zu verhindern. Füchse und übriges Raubwild müssen auch im Juli bejagd werden. Defekte jagdliche Einrichtungen sind ordnungsgemäß zu reparieren. Sicherheit ist beim Bau von jagdlichen Einrichtungen oberstes Gebot (Unfallverhütungsvorschrift 4.4 „Jagd“ der LBG). Ausreichend Sicht ist auf allen Sitzen notwendig und die Pirschsteige müssen möglichst lautlos begehbar sein. Die dazu erforderlichen Arbeiten gilt es, noch im Juli zu erledigen. Anfallende Zweige sollten als Prossholz zur Seite gelegt werden. Wo sich Gelegenheit bietet, kann noch Silage (Kleinballen) hergestellt werden.


Jagdrevier im August

Der August ist der Monat der „hohen Jagd“ in Deutschland. Die Jagdzeit für Hirsche beginnt am 1. August und es ist eine günstige Zeit, einen Feisthirsch zu strecken. In der Blattzeit des Rehwildes, die noch voll im Gang ist, kann man den Erntebock erlegen. Das Schwarzwild steckt in den Feldfluren, im Mais und Getreide und muss mit aller Konsequenz bejagt werden. Dabei hat der Abschuss von Frischlingen und Überläufern Vorrang, aber auch einzeln gehende, nicht führende Bachen und Keiler sollten nicht unbedingt geschont werden. Zur Schonung unserer Bodenbrüter und der Singvögel ist die Bejagung der Rabenkrähen und Elstern notwendig. Die Revierarbeiten, vor allem die Vorbereitung des Winterfutters, erfordern noch einige Anstrengungen. In der Sommerhitze sollten die Suhlen und Tränken immer mit Wasser gefüllt sein, um dem Wild und auch den Vögeln die Möglichkeit zum Schöpfen zu geben. Die Reparatur der Fütterungen und Schütten muss vorbereitet werden. Spreu schon im August in die Schütten ausbringen, damit sich die Rebhuhnvölker daran gewöhnen können. Das Raubwild auch im August fangen und bejagen. Jungfüchse sind sehr neugierig und an den Bauen und Feldrändern bei Tageslicht anzutreffen.


Jagdrevier im September

Die Getreideschläge sind abgeerntet und besonders in den Niederwildgebieten sind die im Frühjahr bestellten Wildäcker jetzt von Bedeutung. Vorbereitungen für die Winterfütterungen sind jetzt zu treffen, wie Rehwildfütterungen umsetzten (aus hygienischen Gründen). Spreuhaufen mit Getreideanteil für Rebhuhn und Fasan anlegen, Eicheln und Kastanien sammeln, Silage bereiten. Vor allem die Fasane sollten mit Leckerfutter am Ort gehalten werden. Die Salzlecken sind zu bestücken, da bedingt durch den bevorstehenden Haarwechsel, der Mineralstoffbedarf groß ist. Jagdlich stehen einige Höhepunkte, so z. B. die Jagd auf den Brunfthirsch an. Alles Schalenwild hat nun Jagdzeit. Zur Verhinderung von Wildschäden ist das Schwarzwild intensiv zu bejagen. In Absprache mit den Landnutzern sollten Schneisen in den Mais gemäht werden, um die Bejagungsmöglichkeiten des Schwarzwildes zu verbessern. 


Jagdrevier im Oktober

Im Oktober ist die Jagd auf alles Schalenwild frei. Dieser Monat ist für die Jagd zu nutzen, da die Tage immer kürzer werden und damit die Jagd immer schwieriger wird. Raubwild weiter scharf bejagen und die Fallensysteme zur Fangsaison vorbereiten. Den Boden um die Luderschächte umzugraben; bitte nicht vergessen! Die Fasanenfütterung verstärken, frischen Sand und Kies ausbringen. Mais in Kolben ausbringen! Eicheln und Kastanien sammeln und einlagern.  


Jagdrevier im November 

Im Hubertusmonat wird vielerorts mit Hubertusmessen der Legende gedacht. Er ist der Erntemonat des Jägers und vielerorts werden revierübergreifende Waldjagden durchgeführt, deren Erfolg von guter Vorbereitung und disziplinierter Durchführung nicht nur von den Schützen sondern auch von den Treiberwehren abhängt. Der Fuchs trägt den reifen, wertvollen Balg und steht bei den Niederwildjägern jetzt im Focus. Bei den jungen noch unerfahrenen Rabenkrähen und Elstern lässt sich gut Strecke machen.  

 

Jagdrevier im Dezember

Die Nächte sind lang. Jetzt, wo das Laub von den Bäumen gefallen ist, sind Reif oder Schnee ein idealer Hintergrund um auch in der anbrechenden Dunkelheit das Wild anzusprechen. Die Konturen sind gut sichtbaren, die passende Optik erfasst das Wesentliche.  Es ist auch die richtige Zeit, die in der Natur verblieben Hasen zu zählen. In der Vorweihnachtszeit gibt es jede Menge Gelegenheit Wildbret an den Mann und die Frau zu bringen. Egal ob wir das Wildbret im Kleinverkauf vermarkten oder selbst verwerten wollen, es empfiehlt sich, Rücken oder Keule als Braten vorzusehen.